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WürdeZeit
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Was man in eine Beileidskarte schreibt

Sie müssen nichts erklären, nichts einordnen und nichts besser machen. Ein einziger ehrlicher Satz ist mehr wert als eine gelungene Formel.

Wenn Ihnen nichts einfällt

Diese Sätze reichen. Auch einzeln, auch ohne Fortsetzung.

  • Es tut mir so leid.
  • Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
  • Ich habe an dich gedacht.
  • Ich bin da, wenn du willst — und auch, wenn du nicht willst.
  • Ich rufe nächste Woche noch einmal an.
  • Du musst mir nicht antworten.
  • Erzähl mir von ihm, wenn du magst.
  • Ich vermisse sie auch.

Ganze Texte zum Abwandeln

Die Namen und die Begebenheiten darin sind erfunden. Setzen Sie Ihre eigenen ein — gerade das Konkrete ist es, was ankommt.

Wenn Sie den Verstorbenen gut kannten

Liebe Anna, ich denke immer wieder an den Nachmittag im Garten, an dem Hans uns seine Tomaten gezeigt hat, als wären es Kinder. Dieses Lachen werde ich nicht vergessen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll — aber ich bin da. Ich melde mich in der nächsten Woche, und wenn du dann nicht reden magst, ist das auch in Ordnung.

Wenn Sie den Verstorbenen kaum kannten

Liebe Frau Berger, ich habe vom Tod Ihres Mannes erfahren und möchte Ihnen sagen, wie leid es mir tut. Ich habe ihn nur flüchtig gekannt, aber ich habe immer gesehen, wie Sie beide morgens zusammen zum Bäcker gegangen sind. Falls ich Ihnen etwas abnehmen kann — Einkauf, Post, den Weg zur Apotheke —, sagen Sie es mir bitte. Ich frage sonst noch einmal nach.

Für einen Kollegen oder eine Kollegin

Lieber Thomas, ich habe gehört, dass deine Mutter gestorben ist. Das tut mir sehr leid. Lass dir im Büro Zeit, wir bekommen das hier hin. Wenn du wiederkommst und nicht darüber reden möchtest, rede ich nicht darüber. Und wenn doch, höre ich zu.

Wenn das Verhältnis schwierig war

Liebe Ruth, der Tod deines Vaters lässt mich an dich denken. Ich weiß, dass zwischen euch vieles nicht einfach war, und ich vermute, das macht es jetzt eher komplizierter als leichter. Ich wünsche dir, dass du damit nicht allein bleibst.

Besser nicht — auch wenn es gut gemeint ist

„Das Leben geht weiter.“
Für den Trauernden ist genau das gerade das Problem, nicht der Trost.
„Sie hat es jetzt besser.“
Eine Aussage über jemanden, den Sie nicht mehr fragen können.
„Wenigstens hat er nicht gelitten.“
Verrechnet einen Verlust gegen etwas, das ihn nicht kleiner macht.
„Ihr wart doch lange genug zusammen.“
Dauer ist kein Ausgleich. Lange zusammen heißt: mehr zu vermissen.
„Du musst jetzt stark sein.“
Macht aus Trauer eine Leistung, die man auch verfehlen kann.
„Melde dich, wenn du etwas brauchst.“
Schiebt die Arbeit zurück. Besser: etwas Bestimmtes zu einem bestimmten Zeitpunkt anbieten.

Mehr dazu, was man sagt und was man tut:

Worte findenJemanden begleiten

wuerdezeit.de · Wegweiser durch die Trauer