In den ersten Tagen
Sie müssen jetzt gar nichts fühlen
Viele Menschen erschrecken in diesen Tagen über sich selbst. Sie funktionieren. Sie telefonieren mit dem Bestatter, beantworten Fragen, suchen Papiere heraus — und spüren dabei fast nichts. Manche halten sich deshalb für kalt.
Das sind Sie nicht. Was Sie erleben, ist die Betäubung, mit der ein Mensch einen Schlag übersteht, der zu groß ist, um ihn auf einmal zu begreifen. Sie hält an, solange sie gebraucht wird, und sie geht von selbst.
Wenn sie geht, kommt es oft an einer unerwarteten Stelle. Im Supermarkt, vor einem Regal. Das ist kein Rückfall und kein Zusammenbruch. Es ist der Moment, in dem etwas ankommt, was vorher nur gewusst war.
In diesen Tagen ist nichts zu schaffen außer dem, was ein Termin verlangt. Alles andere kann warten, auch wenn es sich dringend anfühlt.